"Mein Leben mir selbst"
Politiker und Politikerinnen aller Farben reden von Integration, begrüßen sie, loben sie - auch wenn sie vielfach etwas Anderes darunter verstehen. Dieses Theaterprojekt der türkischen
Regisseurin Emel Heinreich scheint mir Integration par excellence zu verkörpern. Die Darstellerinnen des Stücks werden sich bei der Erarbeitung ihrer Rollen der verhängnisvollen Tragweite
repressiver patriarchaler Strukturen bewusst, gewinnen an Selbständigkeit und Selbstbewusstsein. Und die ZuschauerInnen, großteils selbst migrantischer Herkunft, beginnen, selbstkritisch nachzudenken, zementierte Verhaltensweisen in Frage zu stellen, kulturelle Zwänge aufzubrechen.
Integration braucht mündige BürgerInnen, und dieses Stück ebnet den Weg zu Mündigkeit und geistiger Autonomie.
Werner Hörtner /
Redakteur